Erektionsprobleme tagged posts

Prostatakrebs und Erektionsprobleme

post-4
Wenn bei einem Mann Prostatakrebs diagnostiziert wird, dann hat er eigentlich keine große Wahl. Er muss versuchen, den Krebs zu besiegen, bevor der ihn besiegt. Auch wenn die Gefahr besteht, durch die notwendige Behandlung unter anderem Erektionsprobleme zu bekommen oder sogar völlig impotent zu werden. Die Möglichkeit, gerade in fortgeschrittenem Alter mit dem Krebs zu leben um die Potenz zu erhalten, ist für die meisten Männer ein zu hohes Risiko.

Als die Frage an meinem Vater mit 65 Jahren herantrat, haben meine Schwester und ich ihm zugeredet, sich möglichst schnell behandeln zu lassen. Wie er sich mit einer möglichen (und auch tatsächlich eingetretenen) Impotenz abfinden würde, verdrängten wir dabei völlig und darüber geredet haben wir auch nicht. Das Thema ist ja auch nicht leicht zu besprechen, so zwischen Töchtern und Vater.

Im Nachhinein wissen wir, dass die Sorge um seine Manneskraft meinen Vater sehr stark belastet hat, er war mit 65 noch sexuell sehr aktiv und wollte das auch bleiben. Aber er entschloss sich doch zur Behandlung. Wie wir gelernt haben, gibt es heute mehrere Möglichkeiten, Prostatakrebs zu behandeln, die operative Entfernung der Prostata, die Strahlentherapie, die Chemotherapie, die Kälte-oder Ultraschalltherapie und die Hormontherapie. Nicht jede Therapie eignet sich für alle Patienten, es kommt zum Beispiel darauf an, wie weit die Erkrankung schon fortgeschritten ist. Nebenwirkungen haben alle Behandlungsmethoden, zu den langanhaltenden können Inkontinenz und Erektionsstörungen gehören.

Wie groß die prozentuale Wahrscheinlichkeit ist, mit diese Nebenwirkungen leben zu müssen, lässt sich nicht sicher sagen. Die Zahlen schwanken, je nachdem welche Studie man zu Rate zieht. Bei unserem Vater wurde die Prostata innerlich und äußerlich bestrahlt, sein behandelnder Arzt sprach von einer 75 prozentigen Chance, den Krebs zu besiegen und gleichzeitig die Erektionsfähigkeit zu erhalten. Heute ist der Krebs zum Glück weg, aber die Impotenz ist da. Die Strahlen haben Teile des Nervengewebes zerstört, dass für die Erektion notwendig ist.

Gut, Töchter und Eltern sprechen über solche Dinge meistens nicht, aber wenn es um einen fremden Mann ginge, würden wir ihm empfehlen, sich gründlich darüber beraten zu lassen, welche technischen Möglichkeiten es heute gibt, die Manneskraft wieder herzustellen. Wir können uns vorstellen, dass für unseren sehr kraftvollen, agilen und ausgesprochen männlichen Vater die Impotenz ein großes Problem ist.

Dem lässt sich bis zu einem gewissen Grade entgegenwirken, zum Beispiel mir einer Schwellkörperinjektionstherapie, bei dem sich der Betroffene vor dem Verkehr Medikamente spritzen kann, die die Erektion auslösen. Es gibt auch Vakuumpumpen, die dabei helfen können, den Penis aufzurichten und sogar hydraulische Penisprothesen. Diese Instrumente wirken teilweise sehr dubios und sind in ihrer Anwendung umstritten. Eine der wenigen Hilfsmittel, dessen Anwendung klinisch getestet wurde und der auch in Apotheken verkauft wird, ist der Phallosan forte, ein mechanischer Stretcher.

Ob und was ein Mann gegen die Erektionsprobleme zu tun bereit ist, kann nur er selbst und vielleicht seine Partnerin entscheiden.

Read More